Agonane prangert “Umweltfrevel und Angriff auf das historische Erbe” wegen Arbeiten an der Zisterne Cho Julián in Villaverde an
Der Umweltverband kritisiert, dass mit schwerem Gerät ein Weg auf der Alcogida der Zisterne Cho Julián in La Oliva angelegt wird. Er warnt vor möglichen Schäden am historischen Wasserbau, am Lebensraum bedrohter Vogelarten und vor einem erhöhten Überschwemmungsrisiko.
Der Umwelt- und Kulturverband Agonane fordert, die Arbeiten auf ländlichem Gebiet in Villaverde, in der Gemeinde La Oliva, einzustellen. Nach Einschätzung des Verbands könnten sie die Umwelt und das historische Erbe im Umfeld der Zisterne Cho Julián beeinträchtigen. Agonane zufolge legt eine große Baumaschine seit mehreren Tagen einen Weg auf der Alcogida dieser historischen Wasseranlage an – einer Fläche, die für das Sammeln und Ableiten von Regenwasser wesentlich ist.
Agonane bezeichnet den Eingriff als “Umweltfrevel und Angriff auf das historische Erbe” und verlangt, die Arbeiten zu stoppen, um “Schlimmeres zu verhindern”.
Der Verband weist darauf hin, dass das betroffene Gelände für die Funktion des alten Systems zur Wassernutzung entscheidend ist.
Alcogidas seien eigens angelegte Flächen, die Oberflächenabfluss auffangen und das Regenwasser zu Zisternen leiten. Diese traditionellen Anlagen zeugten davon, wie sich die Bevölkerung auf Fuerteventura an die knappen Wasserressourcen angepasst habe.
Lebensraum für vier geschützte Vogelarten
Die Beschwerde lenkt den Blick auch auf die Artenvielfalt in dem Gebiet. Laut Agonane bietet der Ort der Bauarbeiten vier geschützten Vogelarten Lebensraum: Rostgans, Triel, Wüstenläufer und Kanarische Kragentrappe.
Der Verband erinnert daran, dass die Kanarische Kragentrappe als vom Aussterben bedroht gilt und der Wüstenläufer im spanischen Katalog gefährdeter Arten als gefährdet geführt wird. Rostgans und Triel unterliegen einem besonderen Schutzstatus.
Agonane zufolge könnte eine Veränderung des Geländes die Erhaltungsbedingungen für die Arten beeinträchtigen. Der Verband weist zudem darauf hin, dass das Umweltrecht bestimmte Eingriffe untersagt, wenn sie Brut-, Überwinterungs- oder Ruheplätze der Tiere beschädigen.
In diesem Zusammenhang verweist Agonane auf Artikel 334 des Strafgesetzbuchs. Dieser sieht Sanktionen für die Zerstörung oder schwerwiegende Veränderung des Lebensraums geschützter Arten vor, sofern die gesetzlich festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind.
Schutz des historischen Wasserbaus
Ein weiteres Argument in der Beschwerde ist der historische Wert der Zisterne Cho Julián und ihrer Alcogida.
Agonane erklärt, dass sowohl die Gemeindeverwaltung La Oliva als auch die Inselregierung von Fuerteventura und die Kanarische Regierung um die Bedeutung dieser Wasseranlage für das historische Erbe wüssten und über Unterlagen zu ihrer Existenz verfügten.
Dem Schreiben liegt ein Plan aus dem Historischen Archiv der Gemeinde La Oliva bei, auf dem die Alcogida von Cho Julián eingezeichnet ist. Er soll die Existenz dieser traditionellen Anlage dokumentieren.
Der Verband erinnert daran, dass für Güter von historischem oder ethnografischem Wert Erhaltungspflichten gelten können, auch wenn sie nicht ausdrücklich als Kulturgut von besonderem Interesse eingestuft sind.
Warnung vor möglichen Überschwemmungen
Neben den Schäden am historischen Erbe und an der Umwelt sorgt sich der Verband um die möglichen Folgen, die eine Veränderung des Geländes bei starken Niederschlägen für den Wasserabfluss haben könnte.
Agonane warnt vor einem “potenziellen Überschwemmungsrisiko in der Gegend”. Veränderungen an dieser Auffangfläche könnten den natürlichen Abfluss beeinträchtigen und Gefahren für die Tierwelt, Sachwerte und sogar Menschen verursachen.
Aus diesen Gründen fordert der Umwelt- und Kulturverband Agonane einen Baustopp und ruft die zuständigen Behörden zum Eingreifen auf, um weitere Schäden in der Umgebung zu verhindern.
In seinem Schreiben verlangt der Verband ausdrücklich, “die Arbeiten einzustellen, um ‚Schlimmeres zu verhindern‘”. Zudem warnt er vor möglichen zivil- oder strafrechtlichen Folgen, falls Schäden entstehen und die zuständigen Behörden ihre Pflichten vernachlässigen.
Agonane beantragt außerdem, als Beteiligter in einem möglicherweise eingeleiteten Verfahren anerkannt zu werden. Damit verbunden seien das Recht auf Akteneinsicht und darauf, über die gefassten Beschlüsse informiert zu werden.
Quelle: La Voz de Fuerteventura