Fuerteventuras Inselregierung plant den Haushalt 2027 und treibt die Ausschreibung des Busverkehrs voran
Die Inselregierung von Fuerteventura rechnet für 2027 mit einem Haushaltsplus von 2 % bis 2,5 %, will mehr in öffentliche Bauvorhaben investieren und den Busverkehr ausschreiben, falls das Ministerium nicht fristgerecht antwortet.
Nuria Cabrera, Inselrätin für Finanzen, Wirtschaftsförderung und Personal der Inselregierung von Fuerteventura, rechnet für den Inselhaushalt 2027 mit einem Wachstum von 2 % bis 2,5 %. Zugleich kündigt sie an, dass die einmonatige Frist, innerhalb derer das Ministerium zur neuen Ausschreibung des regulären Busverkehrs Stellung nehmen soll, bald abläuft. Sollte keine Antwort eingehen, werde die Inselregierung die Ausschreibung für den Dienst fortsetzen. Dieser bestehe seit rund 50 Jahren, erklärte Cabrera, und werde “zum ersten Mal tatsächlich ausgeschrieben”.
Im letzten Abschnitt des Haushaltsjahres wurden den Inselkonten über verschiedene Verfahren zur Übertragung von Haushaltsresten mehr als 30 Millionen Euro zugeführt. Der Haushaltsvollzug liege bei “fast 78 %” der ursprünglichen Ansätze für 2026, sagte die Finanzverantwortliche in einem Interview mit La Voz de Fuerteventura.
Ein Teil der Mittel floss in den kostenlosen Busverkehr, in zusätzliche Förderlinien für den Primärsektor, in höhere Ansätze für den dritten Sektor sowie in Maßnahmen für Kultur, Denkmalpflege und die Sanierung von Wohnraum.
Cabrera zufolge soll künftig ein größerer Anteil des Haushalts in konkrete Investitionen fließen. “Am wichtigsten ist uns, den Anteil von Kapitel 6 zu erhöhen – also die Investitionen in öffentliche Bauvorhaben, die man auch sieht”, sagte sie.
Zu den Schwerpunkten zählte sie die Instandhaltung und Pflege der Straßen sowie die soziale und gesundheitliche Infrastruktur. Diese gehören neben wasserwirtschaftlichen Maßnahmen zu den zentralen Themen der laufenden Amtszeit.
Der Haushalt 2027 soll um 2 % bis 2,5 % wachsen
Die Inselregierung hat bereits mit der Aufstellung des Haushalts für 2027 begonnen. Die Finanzverwaltung kalkuliert zunächst mit einem Plus von 2 % bis 2,5 %. Cabrera wies jedoch darauf hin, dass die Einnahmen aus der Autonomen Gemeinschaft noch nicht endgültig feststehen. Auch die Anpassungen, die sich aus den “Verhandlungen” mit den einzelnen Ressortverantwortlichen ergeben, seien noch offen. Diese wollten ihre jeweiligen Ansätze naturgemäß erhöhen.
Die Fachbereiche haben bis zum 15. Oktober Zeit, Vorschläge für Aktivitäten, Investitionen und Bauvorhaben im kommenden Haushaltsjahr einzureichen. Danach beginne, wie Cabrera es ausdrückte, das “Tauziehen” mit den Fachbereichen und den verschiedenen Ressorts, um den Haushalt auszuarbeiten, bevor ihn die Rechnungsprüfungsstelle prüft.
Die Inselregierung will den Haushalt noch vor Jahresende dem Plenum vorlegen.
Wasser und soziale sowie gesundheitliche Infrastruktur werden weiterhin einen erheblichen Teil der Investitionen beanspruchen. Hinzu kommt der Busverkehr: Die Inselregierung betrachtet die Ausschreibung als entscheidenden Schritt, um den öffentlichen Busdienst zu erneuern und auszubauen.
Frist läuft ab: Ohne Antwort des Ministeriums schreibt die Inselregierung den Busverkehr aus
Nuria Cabrera zufolge wurde das Verfahren für die neue Konzession des regulären Busverkehrs bereits an das Ministerium weitergeleitet, damit es den entsprechenden Bericht abgeben kann. “Das Ministerium hat einen Monat Zeit, um zu antworten oder weitere Informationen anzufordern. Wenn es innerhalb eines Monats nicht antwortet, beschließt die Inselregierung, die Ausschreibung einzuleiten”, erklärte Cabrera.
Die Konzession soll zehn Jahre laufen und ein Gesamtvolumen von mehr als 50 Millionen Euro haben. Für den Vertrag sind in den Haushaltsplanungen der Inselregierung bereits jährlich rund 6,4 Millionen Euro vorgesehen.
Die Finanzverantwortliche hob hervor, wie komplex das Verfahren sei. Es habe eine öffentliche Auslegung, Einwände, Rechtsmittel und Änderungen am Dienst gegeben.
“Der Dienst wird zum ersten Mal tatsächlich ausgeschrieben”, betonte Cabrera. Der reguläre Busverkehr auf Fuerteventura bestehe seit rund 50 Jahren.
Fast neun Millionen Euro für den Start des Seniorenheims in Gran Tarajal
Die Inbetriebnahme der neuen Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitsbereich wird sich ebenfalls direkt auf den Haushalt 2027 auswirken.
Cabrera beziffert die geplanten Kosten für den Betrieb des Seniorenheims in Gran Tarajal auf knapp neun Millionen Euro. Die Ausschreibung für den Betrieb soll parallel zur Fertigstellung und Übergabe der Einrichtung vorankommen.
“Wenn man es einweiht und eröffnet, sollen alle Voraussetzungen erfüllt sein, um den Dienst anbieten zu können”, erklärte sie.
Die Ausschreibungsunterlagen für den Betrieb werden bereits vorbereitet. Die Finanzverwaltung will die erforderlichen Mittel im neuen Haushalt einplanen. In den kommenden Haushaltsjahren kommen außerdem die Kosten für den künftigen Betrieb des Tageszentrums in Costa Calma hinzu.
Kommunale Investitionen: Fortschritte beim PICOS
Die Planung für 2027 umfasst auch Maßnahmen im Rahmen des Inselplans für kommunale Zusammenarbeit (PICOS).
Dazu zählt die Ciudad Deportiva in Antigua, für die über mehrere Jahre hinweg knapp neun Millionen Euro vorgesehen sind. Für die Ciudad Deportiva in Puerto del Rosario nannte Cabrera eine Finanzierung von rund sieben Millionen Euro. Für die Ausschreibung ist, so Cabrera, die Gemeinde zuständig.
Die Inselregierung plant außerdem Mittel für Maßnahmen im Industriegebiet von Puerto del Rosario und beteiligt sich an dem geplanten Parkplatz in Pájara.
In Betancuria stehen ebenfalls noch Vorhaben an, darunter die Erweiterung des Friedhofs und ein neues Rathaus. Bei der Umsetzung der Projekte waren zuvor Probleme aufgetreten.
Cabrera betonte, dass neue Investitionen nur dann in den Haushalt aufgenommen werden sollten, wenn sie tatsächlich umsetzbar seien. “Wir müssen planen und wissen, was wir umsetzen werden. Es bringt nichts, einen Haushalt aufzustellen, wenn man ihn anschließend nicht ausführen kann”, schloss sie.
Quelle: La Voz de Fuerteventura