Inselregierung von Fuerteventura und Observatorium wollen strategische und vorbehaltene öffentliche Aufträge fördern
Die Inselregierung von Fuerteventura und das Observatorium für verantwortungsvolle öffentliche Auftragsvergabe der Kanarischen Inseln wollen gemeinsam strategische und vorbehaltene Aufträge auf der Insel fördern.
Die Inselregierung von Fuerteventura hat über ihr Ressort für Auftragswesen gemeinsam mit dem Observatorium für verantwortungsvolle öffentliche Auftragsvergabe der Kanarischen Inseln eine Zusammenarbeit aufgenommen. Das Observatorium wurde von Red Anagos ins Leben gerufen. Ziel ist es, die vorbehaltene und strategische öffentliche Auftragsvergabe zu fördern und öffentliche Beschaffungen auf der Insel zu einem Instrument für sozialen Zusammenhalt, inklusive Beschäftigung und lokale Entwicklung zu machen.
Nach Angaben der Inselregierung und des Observatoriums geht die Initiative von einer klaren Ausgangslage aus: Das Gesetz 9/2017 über öffentliche Aufträge verpflichtet die Verwaltungen, einen Teil ihrer Aufträge besonderen Beschäftigungszentren in sozialer Trägerschaft und Integrationsunternehmen vorzubehalten. Außerdem können sie soziale und ökologische Kriterien sowie Innovationskriterien in ihre Ausschreibungen aufnehmen. Das Netz sozialer Unternehmen auf Fuerteventura ist jedoch noch sehr klein, wodurch die Möglichkeiten dieser Instrumente eingeschränkt sind. Die Zusammenarbeit verbindet deshalb die Arbeit mit der Verwaltung mit dem Ausbau der Sozialwirtschaft auf der Insel.
Die Zusammenarbeit umfasst drei Bereiche: Schulungen, individuelle Beratung und technische Begleitung. Noch in dieser Woche hat eine erste Schulung für die technischen Fachkräfte und Verantwortlichen der Inselregierung begonnen. Sie behandelt den rechtlichen Rahmen, die Vorbehaltung von Aufträgen und die Aufnahme sozialer Klauseln in die Ausschreibungsunterlagen. In den kommenden Monaten sollen die für die Aufträge zuständigen Stellen individuell beraten werden. Dabei geht es darum, geeignete Leistungen zu ermitteln, die vorbehalten werden können, und Ausschreibungen so zu gestalten, dass sie für Organisationen der Sozialwirtschaft zugänglich sind.
Abschließend ist eine technische Begleitung bei der Ausarbeitung und Verabschiedung eines Regierungsbeschlusses der Inselregierung vorgesehen. Darin sollen Mindestanteile für vorbehaltene Aufträge, Kriterien für die strategische Auftragsvergabe und Kontrollmechanismen festgelegt werden.
Der für das Auftragswesen zuständige Ressortverantwortliche Luis González hebt den Wert solcher Initiativen hervor: Sie schaffen Arbeitsplätze für besonders benachteiligte Menschen auf der Insel und fördern eine sozial gerechtere öffentliche Auftragsvergabe.
Samuel García-Castro, Koordinator des Observatoriums, betont seinerseits: “Die Vorbehaltung von Aufträgen ist keine Option, sondern eine gesetzliche Pflicht und eine Chance. Ein gut konzipierter Regierungsbeschluss ermöglicht es, die Vorschriften in die Praxis umzusetzen und sowohl den Fachkräften als auch den sozialen Organisationen Sicherheit zu geben.”
Beide Seiten sind sich einig, dass diese Arbeit Fuerteventura zu einem Vorbild auf den Kanarischen Inseln dafür machen kann, öffentliche Beschaffung als Hebel für Inklusion einzusetzen.
Quelle: La Voz de Fuerteventura