El Efequén fordert Fortschritte beim Kulturerbeverzeichnis von La Oliva und warnt vor unwiederbringlichen Verlusten
Der Verein kritisiert, dass mehr als zwei Jahre nach der ersten Genehmigung noch immer keine Antworten auf die Einwendungen vorliegen. Als Beispiel für seine Sorge nennt er Arbeiten an den gemeinschaftlich genutzten Zisternen von Cho Julián.
Der Verein El Efequén für Kulturerbe fordert die Gemeindeverwaltung La Oliva auf, einen Zeitplan für die endgültige Verabschiedung des kommunalen Verzeichnisses des Kulturerbes vorzulegen. Das Verzeichnis ist seit seiner ersten Genehmigung am 25. Juli 2024 noch nicht endgültig beschlossen.
Der Verein kritisiert, dass die Einwendungen weiterhin unbeantwortet sind, und warnt vor den Folgen der Verzögerung für den Erhalt traditioneller Architektur und anderer Kulturgüter in der Gemeinde.
Zu den Sorgen des Vereins zählen Arbeiten an den gemeinschaftlich genutzten Zisternen von Cho Julián, die deren Abflussverhältnisse verändern könnten. Auch die Gruppe AGONANE hatte diesen Fall vor einigen Tagen angeprangert.
Nach Ansicht von El Efequén zeigt der Fall, dass geklärt werden muss, welcher Schutz bis zum Abschluss des Verfahrens weiter gilt. Zugleich müsse die Beobachtung gefährdeter Kulturgüter fortgesetzt werden.
“Diese Schutzlücke kann Veränderungen oder unwiederbringliche Zerstörungen des Kulturerbes begünstigen”, warnt der Verein. Er fordert, das Verwaltungsverfahren bei Bedarf durch Erhaltungsmaßnahmen zu ergänzen.
Das Verzeichnis soll festlegen, welche Objekte erhalten werden müssen, welchen Schutzstatus sie haben und welche Eingriffe zulässig sind. Nach Ansicht des Vereins führt die ausstehende endgültige Verabschiedung zu anhaltender Unsicherheit bei den Eigentümern. Außerdem erschwere sie klare Vorgaben für die Sanierung von Wohnhäusern und für städtebauliche Vorhaben, die diese Kulturgüter betreffen.
Einwendungen noch offen, erneute erste Genehmigung
Besonders kritisiert El Efequén, dass die während der öffentlichen Auslegung eingereichten Stellungnahmen unbeantwortet geblieben sind. Der Verein will wissen, wie die Einwendungen bewertet wurden, welche Änderungen eingeflossen sind und aus welchen Gründen die Entscheidungen getroffen wurden. Das anschließende Schweigen schrecke nach seiner Auffassung von einer Beteiligung der Bevölkerung ab und lasse wichtige Fragen zum Schutz des Kulturerbes offen.
Der Verein erinnert daran, dass die Gemeindeverwaltung die Bedeutung des Verzeichnisses betonte, als sie im Juli 2024 dessen erste Genehmigung bekannt gab.
Laut der Pressemitteilung stellte Bürgermeister Isaí Blanco damals einen Zusammenhang zwischen dem Erhalt des Kulturerbes und der Identität der Gemeinde her. David Hernández, Gemeinderat für historisches Erbe, hob angesichts des städtebaulichen Wachstums die Notwendigkeit des Verzeichnisses hervor.
Der Verein verweist außerdem auf öffentliche Erläuterungen Hernández’ im Mai 2026. Seiner Darstellung zufolge erklärte der Gemeinderat, wesentliche Änderungen machten eine erneute erste Genehmigung erforderlich. Die Gemeindeverwaltung warte darauf, dass das beauftragte Unternehmen die aktualisierte Fassung vorlege. Hernández äußerte zudem die Zuversicht, das Verfahren noch während der laufenden Wahlperiode abzuschließen.
Mehrere Monate später fordert El Efequén Auskunft über den Stand der Arbeiten und die noch ausstehenden Verfahrensschritte.
Erläuterungen zu Fristen und geltendem Schutz
Der Verein verlangt eine dokumentierte Begründung für die Dauer des Verfahrens und dafür, wie sie mit den Fristen des kanarischen Kulturerbegesetzes vereinbar ist. Er fordert außerdem Klarheit über den rechtlichen Stand des Verfahrens und die bis zu dessen Abschluss erforderlichen Maßnahmen.
Der geforderte Zeitplan soll konkret angeben, wann die aktualisierte Fassung vorgelegt und wann die Einwendungen beantwortet werden. Außerdem soll er die voraussichtlichen Termine für den Abschluss der vorgeschriebenen Berichte und die Vorlage des Verzeichnisses im Gemeinderat enthalten.
Als Vergleich führt der Verein Puerto del Rosario an: Dort erhielt das Verzeichnis die erste Genehmigung fast zehn Monate nach dem von La Oliva und wurde inzwischen endgültig verabschiedet. Die endgültige Genehmigung wurde am 9. Oktober 2026 im BOP veröffentlicht.
Der Verein räumt ein, dass jedes Verfahren eigene Besonderheiten hat. Der Unterschied mache es jedoch umso notwendiger, die Verzögerung in der nördlichen Gemeinde zu erklären.
El Efequén fordert, die endgültige Verabschiedung zur politischen Priorität zu machen, damit die Verzögerung weder den Erhalt der Kulturgüter noch die geleistete Arbeit und die eingesetzten öffentlichen Mittel gefährdet.
Quelle: La Voz de Fuerteventura