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Meldungen wegen Gewalt gegen Frauen auf den Kanaren steigen auch im August weiter

Die Zahl der Meldungen wegen Gewalt gegen Frauen auf den Kanaren ist im August weiter gestiegen.

Redacción
Meldungen wegen Gewalt gegen Frauen auf den Kanaren steigen auch im August weiter

Der telefonische Dienst 112 zur Betreuung von Frauen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind, nahm im August 1.955 Meldungen entgegen. Der Dienst untersteht dem Kanarischen Institut für Gleichstellung (ICI). Das entspricht durchschnittlich 63 Meldungen pro Tag.

59 Prozent davon, also 1.148 Meldungen, wurden als Notfälle eingestuft. Dabei handelte es sich um Situationen, in denen für die Frau unmittelbare Gefahr bestand und ein Einsatz der Polizei, des Rettungsdienstes oder der insularen Notfallteams erforderlich war. Insgesamt gaben 68 Frauen an, eine Behinderung zu haben.

Die Direktorin des ICI, Ana Padrón, sagt: “Um diesem schwerwiegenden strukturellen Problem, der Gewalt gegen Frauen, etwas entgegenzusetzen, müssen sich alle Menschen engagieren und sich gegen Täter und Machismo positionieren.”

“Das ICI setzt sich dafür ein, in allen Bereichen Fortbildungen anzubieten. Gemeinsam mit dem Bildungswesen arbeiten wir daran, bereits in der Schule für Gewalt gegen Frauen zu sensibilisieren, und führen verschiedene Kampagnen durch. Dank dieser Maßnahmen werden weitere Formen von Gewalt sichtbar, die zuvor verborgen blieben. Das reicht aber nicht aus: Wir brauchen das Engagement der gesamten Bevölkerung, um die Betroffenen zu schützen und der zunehmenden Leugnung von Gewalt gegen Frauen entgegenzuwirken”, fügt sie hinzu.

Meldungen binnen eines Jahres um 6,5 Prozent gestiegen

Ana Padrón weist darauf hin, dass “wir wie schon im Juli auch in diesem August erneut die höchste Zahl an Meldungen wegen Gewalt gegen Frauen verzeichnet haben, die der Notruf seit seiner Einrichtung 1999 innerhalb eines Monats erhalten hat”.

Im August gingen 6,5 Prozent mehr Meldungen ein als im selben Monat 2025. Für die ersten acht Monate des Jahres wurden insgesamt 13.580 Meldungen registriert – 12 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die DEMA-Notfallteams für Frauen auf den Inseln wurden im August 216-mal aktiviert. 43 Frauen und ihre 23 Töchter und Söhne wurden vorübergehend in einer Notunterkunft aufgenommen, um sie vor dem Täter zu schützen, da sie keine andere Unterkunft finden konnten.

Parallel dazu wurden im Laufe des Monats 1.148 polizeiliche und 80 medizinische Einsatzressourcen mobilisiert.

Die meisten Täter waren aktuelle oder frühere Partner

Bei den meisten Tätern handelte es sich um den aktuellen Partner der Betroffenen (841 Fälle) oder einen früheren Partner (482). Außerdem wurden Übergriffe durch Söhne (70), Unbekannte (60), Väter (25), Freunde (22) und Brüder (16) registriert.

Knapp 4 Prozent der Übergriffe waren sexueller Natur. In 35 Fällen wurde deshalb über die 112 ein rund um die Uhr geöffnetes Krisenzentrum eingeschaltet. 41 Prozent der Fälle betrafen körperliche Gewalt ohne sexuelle Übergriffe, weitere 42 Prozent nichtkörperliche Gewalt.

Mehr Meldungen zu Frauen zwischen 18 und 35 Jahren

Nach Altersgruppen betrachtet stieg im August die Zahl der Meldungen zu Frauen zwischen 18 und 35 Jahren: Sie lag bei 405, nach 372 im Juli. Auch bei den Frauen zwischen 76 und 97 Jahren gab es einen Anstieg, von 15 auf 18 Meldungen.

In den übrigen Altersgruppen gingen 26 Meldungen zu Mädchen unter 18 Jahren ein, gegenüber 32 im Juli. Bei den Frauen zwischen 36 und 55 Jahren waren es 343, nach 410 im Vormonat, und bei den 56- bis 75-Jährigen 103, gegenüber 109 im Juli.

Die Direktorin des ICI erinnert daran, wie wichtig es ist, bei jedem Anzeichen oder Verdacht die 112 anzurufen. Sie hebt zudem hervor, dass mehr Anrufe von Menschen eingehen, die eine Situation beobachtet haben, sowie von Angehörigen der Betroffenen.

Im August kamen 38 Prozent der Anrufe von den Betroffenen selbst, 26 Prozent von Personen, die zufällig auf eine Situation aufmerksam wurden, 17 Prozent von Institutionen und 7 Prozent von Angehörigen.

Das ICI finanziert den spezialisierten 112-Dienst, der an jedem Tag des Jahres rund um die Uhr bei Fällen von Gewalt gegen Frauen Hilfe leistet. Außerdem unterhält das Institut in Zusammenarbeit mit den Inselverwaltungen ein Netz von Hilfsangeboten im gesamten Archipel, die informieren, vorbeugen und Betroffene unterstützen. Im vergangenen Jahr kamen fünf neue Krisenzentren hinzu, die rund um die Uhr für Frauen geöffnet sind, die sexuelle Gewalt erlebt haben.

Quelle: La Voz de Fuerteventura