Seniorinnen und Senioren eröffnen die Fiestas von Puerto del Rosario mit einer Festrede voller Erinnerungen, Worte und Traditionen
Seniorinnen und Senioren eröffnen die Fiestas von Puerto del Rosario mit einer Festrede voller Erinnerungen, Worte und Traditionen.
Ángel Mari Domínguez und María Juliana Armas ließen gemeinsam mit ihren Enkeln und Mitgliedern des Seniorenzentrums von Puerto del Rosario Erinnerungen und Bräuche aus früheren Zeiten aufleben und gaben damit den Auftakt zu den Fiestas de Nuestra Señora del Rosario.
Am Freitag standen die Erinnerungen an Puerto del Rosario im Mittelpunkt der Festrede, mit der die Fiestas de Nuestra Señora del Rosario 2026 eröffnet wurden.
Ángel Mari Domínguez und María Juliana Armas öffneten gemeinsam mit ihren Enkeln und Mitgliedern des Seniorenzentrums von Puerto del Rosario symbolisch die Truhe der Erinnerungen. Sie holten Gegenstände, Wörter, Bräuche und Alltagsszenen aus einer Zeit hervor, in der Puerto del Rosario ganz anders war als heute.
Das Bügeleisen, die Seife der Marke Lagarto und jene Bäder, die heute wohl kaum eine Gesundheitskontrolle bestehen würden, ließen eine andere Lebens- und Umgangsweise wiederaufleben – mit Erinnerungen und Humor.
Vor allem aber erinnerte die Festrede daran, welchen Stellenwert die Fiestas de Nuestra Señora del Rosario damals hatten. Es waren die großen Feste des Jahres. Ihre Ankunft bedeutete für die Familien der Inselhauptstadt Tage voller Vorbereitungen, Nervosität und Vorfreude.
Ein Eintopf voller Erinnerungen
Im Mittelpunkt stand dabei eines der großen Symbole des Abends: der traditionelle Puchero-Eintopf.
Auf der Bühne war er weit mehr als ein Gericht: Er stand für helfende Hände, die Mutter bei der Zubereitung des Essens, Familienmitglieder, die durch die Tür kamen, und alle, die sich an einem Tisch versammelten.
Auch Tänze begleiteten die Festrede. Die älteren Menschen zeigten, dass sie viel zu erzählen hatten – und diesmal standen sie im Mittelpunkt, vor einem Publikum, das ihnen gerne zuhörte.
Wörter wie “magua”, “albiar” oder “almanaque” standen neben Ausdrücken, die eher jüngere Generationen verwenden, etwa “random”, “outfit” oder “bro”. Die Begegnung der Generationen zeigte, wie sich Sprache verändert, ohne dass deshalb zwangsläufig verloren gehen muss, was die Menschen vor uns hinterlassen haben.
Ein Erbe, das weit über ein Haus hinausgeht
Ein zentraler Gedanke der Festrede war das Erbe. Denn, wie die Mitwirkenden in Erinnerung riefen, besteht ein Erbe nicht nur aus einem Haus oder materiellen Gütern.
Vererbt werden auch Pflanzen, Rezepte, Wörter, Bräuche, Familiengeschichten und all die kleinen Dinge, die von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden und schließlich zur Identität eines Ortes gehören.
Die Botschaft der älteren Menschen war klar: Erinnerungen bleiben lebendig, wenn man sich an sie erinnert – und wenn man von ihnen erzählt. Diese Geschichten weiterzugeben, ermöglicht es den Jüngeren, zu erfahren, wie ihre Eltern und Großeltern gelebt haben, und dieses Erbe ebenfalls zu ihrem eigenen zu machen.
“Möge die Erinnerung tanzen und auch die Gegenwart”, lautete einer der Sätze, die den Geist eines Abends zusammenfassten, an dem verschiedene Generationen gemeinsam auf der Bühne standen.
Mit der Festrede eröffnet Puerto del Rosario offiziell seine großen Fiestas zu Ehren von Nuestra Señora del Rosario. Zum Auftakt rückt damit ein Teil des kollektiven Gedächtnisses in den Mittelpunkt, der lebendig bleibt, solange er von den Älteren an die Jüngeren weitergegeben wird.
Es lebe die Virgen del Rosario! Die Fiestas von Puerto del Rosario beginnen.
Quelle: La Voz de Fuerteventura