CCOO warnt nach Schließung der Correos-Filiale in El Cotillo: “Ein heißer Sommer und ein ziemlich ungewöhnlicher Herbst stehen bevor”
Verspätete Zustellungen und hohe Arbeitsbelastung nach der Schließung der Correos-Filiale in El Cotillo. Die Schließung der Correos-Filiale in El Cotillo hat Sorgen um die Zukunft des öffentlichen Postdienstes auf Fuerteventura ausgelöst. Carlos González, Gewerkschaftsdelegierter von Comisiones Obreras bei Correos, warnte am Freitag in der Sendung La Voz de Fuerteventura auf Radio Insular, dass die Schließung dieser Nebenstelle kein Einzelfall sein könnte. Er befürchtet, dass das Unternehmen weitere Einschnitte auf der Insel plant.
Verspätete Zustellungen und hohe Arbeitsbelastung nach der Schließung der Correos-Filiale in El Cotillo
Die Schließung der Correos-Filiale in El Cotillo hat Sorgen um die Zukunft des öffentlichen Postdienstes auf Fuerteventura ausgelöst.
Carlos González, Gewerkschaftsdelegierter von Comisiones Obreras bei Correos, warnte am Freitag in der Sendung La Voz de Fuerteventura auf Radio Insular, dass die Schließung dieser Nebenstelle kein Einzelfall sein könnte. Er befürchtet, dass das Unternehmen weitere Einschnitte auf der Insel plant.
“Möglicherweise haben sie noch weitere Filialschließungen in der Schublade”, sagte González. Zuvor hatte er bestätigt, dass die Filiale in El Cotillo am 15. Juni offiziell geschlossen wurde, nachdem der dort zuständige Mitarbeiter in den Ruhestand gegangen war. Die Zustellung hatte dieser bereits am 5. Juni eingestellt. Correos habe von der Situation im Voraus gewusst, erklärte González: Der Service sei in einem dafür eingerichteten Zimmer im Wohnhaus des Mitarbeiters angeboten worden. Dennoch habe das Unternehmen weder eine Alternative für den Publikumsverkehr geschaffen noch die Zustellung in der Gegend verstärkt.
Seit dem Ausscheiden des Postboten werde die Arbeit nach Angaben des Gewerkschaftsdelegierten von einem Mitarbeiter in Lajares übernommen. Zusätzlich zu seinem eigenen Gebiet müsse dieser auch Majanicho, El Roque und El Cotillo versorgen. “Wir sprechen, wenn ich mich nicht irre, von etwa 3.600 Einwohnern”, sagte González. In dieser Lage komme es bei der Post zu erheblichen Verzögerungen: Die Briefe träfen “mit 10, 15, 20 Tagen Verspätung” ein, beklagte er. Einwohner von El Cotillo und El Roque hätten verschiedene Sendungen selbst bei der Zustelleinheit abholen müssen.
González führte die Situation auf fehlende Neueinstellungen und die hohe Arbeitsbelastung des Personals zurück. “Von ihm wird verlangt, dass er allein erledigt, was früher zwei Beschäftigte gemacht haben”, kritisierte er.
Die Sorge von CCOO erstreckt sich auf die gesamte Provinz und den Staat. Auf der Insel sollten nach Angaben des Gewerkschaftsdelegierten rund 80 Postboten arbeiten; tatsächlich liege die Personalstärke derzeit “zwischen 50 und 60”. Auch die für den Sommer geplanten Einstellungen in der Provinz Las Palmas gingen “zurück”. Die Besetzung der Filialen und der Zustellung sei nicht ausreichend.
“Ab dem 1. Juli gehen viele Kolleginnen und Kollegen in den Urlaub, und Neueinstellungen sind nicht vorgesehen”, warnte González. Er bat die Bevölkerung deshalb um Geduld mit dem Personal im Kundenservice und bei der Zustellung, forderte aber zugleich die Verantwortlichen bei Correos auf, Rechenschaft abzulegen.
An der Gesprächsrunde nahm auch Javier González Arencibia teil, der von 1977 bis 2013 bei Correos gearbeitet hatte. Er wertete die Verschlechterung des Dienstes als Teil einer grundlegenden Strategie. “Sie wollten alles privatisieren. Eine Möglichkeit dafür ist, den Dienst schlecht funktionieren zu lassen, damit man einen Vorwand hat, ihn zu privatisieren”, sagte er.
Beide betonten, Correos müsse als wesentlicher öffentlicher Dienst erhalten bleiben – insbesondere auf einer Insel, auf der die ländliche Zustellung eine wichtige Rolle spielt. “80 Prozent der Zustellung auf Fuerteventura entfallen auf ländliche Gebiete. 80 Prozent der Postboten sind für den ländlichen Raum zuständig”, erinnerte González. Gerade die abgelegenen Orte außerhalb der großen Bevölkerungszentren wären von einer Privatisierung besonders betroffen, warnten sie, denn “für private Unternehmen sind sie nicht rentabel”.
Für CCOO ist die Debatte keine wirtschaftliche, sondern eine gesellschaftliche Frage. “Ein öffentlicher Dienst muss keinen Gewinn erzielen, sondern den Bürgerinnen und Bürgern dienen”, betonte González. Er kündigte einen “heißen Sommer und einen ziemlich ungewöhnlichen Herbst” mit Protestaktionen an.
Quelle: La Voz de Fuerteventura