Daniela Plotegher: “Logistikprobleme bringen den lokalen Handel um”
Daniela Plotegher, Vorsitzende des Unternehmerverbands von Puerto del Rosario, kritisiert die mangelnde Transparenz bei der Erneuerung der Handelskammer Fuerteventura. Obwohl sie der Kammer angehörte und den Ausschuss für Binnenhandel leitete, habe sie weder Informationen über die neue Ausschreibung noch über die Zusammensetzung der neuen Kandidatenliste erhalten. Zudem habe es Schwierigkeiten gegeben, zentrale Forderungen der Branche voranzubringen – darunter gemeinsame Maßnahmen gegen hohe Logistikkosten und lange Lieferverzögerungen auf der Insel.
Daniela Plotegher, Vorsitzende des Unternehmerverbands von Puerto del Rosario, zeigt sich verärgert und kritisiert die mangelnde Transparenz bei der Erneuerung der Leitungsgremien der Handelskammer Fuerteventura. Von der neuen Zusammensetzung habe sie erst am 3. Juli erfahren, “als sie in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde”.
In einem Interview mit La Voz de Fuerteventura betont sie, sie habe “keinerlei Mitteilung über Änderungen, Neuwahlen, neue Kandidatenlisten oder was auch immer erhalten”.
Nach ihren Angaben forderte der Unternehmerverband daraufhin schriftlich eine Erklärung an. Das entsprechende Dokument habe ein Anwalt verfasst. Eine Antwort sei jedoch ausgeblieben.
“Wir haben überhaupt keine Antwort bekommen. Niemand hat uns geantwortet, gar nichts”, sagte sie. Später habe der Verband einen zweiten Antrag gestellt, auf den ebenfalls keine Antwort gekommen sei.
Plotegher erklärt, sie habe sich entschieden, die Situation öffentlich zu machen, weil ihre Mitgliedschaft in der Kammer von Unternehmern unterstützt worden sei, die ihre Kandidatur befürwortet hatten. “Hinter meiner Kandidatur für die Kammer stehen zehn Personen, die mich unterstützt haben. Diesen zehn Personen und erst recht der gesamten Branche gegenüber muss ich transparent sein und mitteilen, was passiert ist”, sagte sie.
Keine Abstimmung auf Fuerteventura
Das Verfahren zur Erneuerung der Handelskammern wird zunächst auf staatlicher Ebene eingeleitet und anschließend von den autonomen Gemeinschaften durchgeführt.
Auf den Kanarischen Inseln erließ die Consejería de Economía, Industria, Comercio y Autónomos als Aufsichtsbehörde dieser öffentlich-rechtlichen Körperschaften am 13. Mai 2026 die Anordnung zur Wahl der Plenen der Handelskammern von Gran Canaria, Fuerteventura, Lanzarote und La Graciosa sowie Santa Cruz de Tenerife.
Die Ausschreibung wurde am 20. Mai im Boletín Oficial de Canarias veröffentlicht. Für Fuerteventura setzte die Anordnung den Wahltermin zunächst auf den 10. Juli 2026 fest.
Bei der Handelskammer von Fuerteventura kam es schließlich nicht zu einer Abstimmung. Im Laufe des Verfahrens waren zwei Kandidatenlisten eingereicht worden: eine unter der Leitung des Kammerpräsidenten und eine alternative Liste. Am Ende schlossen sich beide zusammen. Es blieb eine einzige Liste, angeführt von Juan Jesús Rodríguez Marichal, der für weitere vier Jahre Präsident wurde.
Ploteghers Kritik richtet sich darauf, dass sie trotz der offiziellen Ausschreibung nach eigenen Angaben keine direkte Mitteilung der Institution über den Beginn des Verfahrens erhalten habe. Sie betont, es gehe ihr weniger darum, nicht Teil der neuen Zusammensetzung zu sein, als darum, während ihrer Amtszeit in der Kammer nicht informiert worden zu sein.
Kaum Spielraum im Ausschuss für Binnenhandel
Plotegher kritisiert außerdem, wie wenig sie während ihrer Leitung des Ausschusses für Binnenhandel tun konnte, um zentrale Forderungen von Unternehmern und Branchenverbänden voranzubringen. Besonders wichtig sei dabei das Thema Logistik gewesen.
Der Ausschuss, in dem verschiedene Verbände und Unternehmer von Fuerteventura vertreten waren, begann eine Gesprächsrunde mit den Gemeinden, um eine gemeinsame Position zu erarbeiten.
“Wir waren dabei, gemeinsam mit allen Gemeinden und der Handelskammer eine gemeinsame Stellungnahme zu erarbeiten, um die Probleme beim Warentransport an die Kanarische Regierung heranzutragen”, erklärte sie.
Ziel sei gewesen, ein Problem zur Sprache zu bringen, das die Wettbewerbsfähigkeit des lokalen Handels unmittelbar beeinträchtige: hohe Transportkosten, Zollverfahren und Verzögerungen bei der Ankunft von Waren. Diese Probleme beträfen den Onlinehandel nicht, der für die Geschäfte vor Ort der wichtigste Konkurrent sei.
Trotz ihrer Bedeutung kam die Initiative nicht richtig voran.
“In einem Treffen mit der Präsidentschaft wurde uns gesagt, das sei ein Thema, das auf andere Weise mit der Präsidentschaft oder einem anderen Ausschuss behandelt werde.” Stattdessen sei der Ausschuss aufgefordert worden, Handelstage zu veranstalten. Die Einzelhändler hätten diesen Vorschlag angesichts der damaligen Lage für nachrangig gehalten. Zudem sei er von einer Finanzierung durch die Gemeinden abhängig gewesen, die nie kam.
“Wir fanden, dass solche Handelstage wichtig gewesen wären. Aber damals war die Logistik das entscheidende Thema”, sagte sie.
Plotegher zufolge sorgten solche Situationen bei den Ausschussmitgliedern für Frustration, weil sie ihre geplanten Arbeitsbereiche nur eingeschränkt voranbringen konnten. Außerdem sagte sie: “Vielleicht passten wir nicht in diese Arbeitsweise, weil wir sehr anspruchsvoll sind und konsequent auf Ergebnisse hinarbeiten.”
“Das macht den lokalen Handel kaputt”
Unabhängig von der Handelskammer Fuerteventura will sich der Unternehmerverband von Puerto del Rosario nach eigenen Angaben weiterhin direkt bei den Behörden für diese Forderungen einsetzen.
Plotegher erklärte, der Verband habe seine Sorgen bereits der Kanarischen Regierung vorgetragen. Vor Kurzem habe er außerdem die Präsidentin der Inselregierung von Fuerteventura getroffen.
Im Mittelpunkt stehe die Logistik. Es gebe Geschäfte, die im Juni oder Juli Ware für das Weihnachtsgeschäft bestellten und sie erst nach den Feiertagen erhielten. Auch die hohen Zollkosten belasteten die Betriebe unmittelbar. All das, warnte sie, “macht den lokalen Handel kaputt, und ich glaube, wir müssen innehalten und einen Weg finden, den lokalen Handel zu schützen. Schließlich geht es um die Wirtschaft unserer Insel”.
Zu den logistischen Schwierigkeiten komme der Personalmangel hinzu.
Plotegher zufolge ist es schwierig, Beschäftigte für die Branche zu finden. Einige Geschäfte verkürzten deshalb ihre Öffnungszeiten oder schlössen sogar ganz. “Die Leute machen zu, sie können nicht mehr”, sagte sie.
Die Verbandsvorsitzende ist der Ansicht, dass diese Lage zu den politischen Prioritäten gehören müsse, da sie sowohl den Handel als auch andere Wirtschaftszweige betreffe.
Kampagnen beleben weiterhin den lokalen Konsum
Während der Verband an diesen Forderungen festhält, setzt er seine Kampagnen zur Belebung des Geschäftslebens fort. Plotegher hob besonders die Ergebnisse der Aktion Mójate hervor, die nach ihren Angaben innerhalb von nur zwanzig Tagen mehr als 400.000 Euro mobilisierte.
Die nächste Aktion heißt Busca la Suerte en el Corazón. Sie beginnt am 8. Oktober und läuft bis zum 28. Oktober.
Die Vorsitzende des Unternehmerverbands betont, solche Initiativen erreichten die gesamte Gemeinde und brächten verschiedene Einkaufsviertel zusammen. Sie seien ein klares Bekenntnis, das die Arbeit des Verbands in den kommenden acht Jahren unter ihrer Leitung prägen werde. Der Verband habe kürzlich auch seine Führung erneuert. Zudem werde sie in den kommenden vier Jahren dem Vorstand von COCAHI angehören, der Confederación Nacional de Asociaciones de Comerciantes de Cascos Históricos de España.
Quelle: La Voz de Fuerteventura